Es ist lange her, dass Schillers Klassiker mit soviel Witz behandelt worden ist ... Und so ist diese unverwechselbare Tegeler Mischung entstanden ... Während sie auf dem Hof im Kreis gehen, zitiert ein Mann mit weißer Weste aus den Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen". Dass in jedem Menschen ein idealer Mensch enthalten sei, sagt er. "Halt´s Maul, Schiller!", sagt ein Gefangener ... Brus entwirft die Szenen so, dass ihre Stärken zur Geltung kommen, die Körper, die Stimmen, der Slang. Die Choreographie gibt ihnen eine Form, die sie nicht einengt, sondern zur Entfaltung bringt.
(Berliner Zeitung)
Die Premiere schließlich ist ein kleiner Triumph, der alle Widrigkeiten der zurückliegenden Probemonate vergessen macht ... Diese Räuber leben ganz von der Persönlichkeit ihrer Spieler ... Die Tegeler Räuber aber haben dem toten Dichter sein Drama einfach geklaut und eine ganze Menge Leben auf die Bühne gebracht. Damit ist ihnen etwas gelungen, was man im Theater nur allzu oft vermisst, die direkte Kommunikation mit dem Publikum.
(Theater der Zeit)
Erkennbar ist, wie die gefangenen Räuber sich unterscheiden: in die, denen man an der Kopfhaltung, am Gang und an der Stimme anmerkt, wie sie schon lange mit sich selber kämpfen und meist verloren haben. Und in die anderen, die voller Spannung und Gegenwärtigkeit jede Sekunde nutzen dieser dramatischen Erhöhung, dieser Vergesslichkeit im Spiel.
(Die Zeit)
Brus beweist ein Gespür für engagiertes Nicht-Zeigefinger-Spiel. Bei ihm haben die Schauspieler/Gefangenen ihre Rollen-Freiheit, behalten ihre Würde. Weder sympathisierende Verbrüderungstendenzen noch paternalistisches Mitleid kommt auf ... Doch es geht ihnen nicht um eine Art oberflächlicher Außenwirkung, ebenso wenig um Therapie. Ihn treibt vielmehr die Suche nach der "Notwendigkeit des Theaters heute" ...
(die tageszeitung)