Pressespiegel Videobeiträge Fotos SPARTACUS

"Eigentlich sollen die Mitspieler ihn nach der Hinrichtung vom drei Meter hohen Kreuz herunterholen. Aber er springt schon vorher herunter, macht mit Zeige- und Mittelfinger das V-förmige Zeichen des Siegers und genießt den Applaus. Das war so nicht geprobt, könnte aber durchaus zum Stück mit seinen tragischen Helden gehören."
(Märkische Allgemeine Zeitung, zur Online-Ausgabe des Artikels)

"Der Himmel über Tegel wirkt künstlich, die Wiese des Hofes ist vergilbt und aus den Fenstern hängen verschiedenfarbige Arme. Hin und wieder ruft jemand etwas Obszönes. Auf der Bühne wird indes eher wenig gesprochen. Spartacus und der Senat unterhalten sich knapp und in staatstragendem Ton."
(Berliner Zeitung, zur Online-Ausgabe des Artikel)

"Das Bühnenbild besteht aus rostigen Eisenkäfigen. Die römischen Senatoren tragen in Anspielung auf die Berliner Stadtfarben rot-weiße Schärpen und sehr weiße Westen. Der gemeine Römer, der mit Brot und Spielen bei Laune gehalten wird, kommt im Dreß der italienischen Faschisten daher. Die Gladiatoren revoltieren und sterben in Leder-Wams samt Feldhose. Man nimmt ihnen ihre Herkunft aus verschiedenen Provinzen des Römischen Reiches ab. Der Inhaber der Gladiatorenschule berlinert, während der Chefausbilder mit breitem bayerischen Dialekt aufwartet. Sklave David, ein Schwarzer, spricht gebrochen Deutsch. Und einer von dreien, die als Spartacus besetzt sind, kann »Kanak«."
(Junge Welt, zur Online-Ausgabe des Artikels)

"Am Ende reißt die Inszenierung in der Regie von Peter Atanassow die «normalen» Zuschauer zu Beifallsstürmen hin. Die Zuschauer in den Zellen am Hof grölen."
(ZDF Theaterkanal, zum Artikel)

"Eine beispielhafte Inszenierung politischen Theaters." (Zitty)

"Auf der Freifläche zwischen den Backsteinmauern der 100-jährigen Zellenbauten ist ein rostiger Gitterkäfig installiert. Er dient als Unterkunft der Gladiatoren. Ein hölzerner Turm ist Auftrittsort für drei Senatoren. Der Raum dazwischen weitet sich zur Arena, in der sich die Gladiatoren zum Vergnügen der Römer gegenseitig abschlachten. Später wird er zum Schlachtfeld, auf dem sie den Legionen der Weltmacht trotzen. Ganz am Ende ist er Kreuzigungsstätte.
Einige Augenzeugen der dargestellten Gladiatoren-Misere befinden sich hinter den vergitterten Fenstern der umliegenden Häuser. Unbeweglich wie Statuen verfolgen die Gefangenen das Geschehen. Ihre Augen gleiten auch über die Zuschauer, die, auf zwei Tribünen placiert, der Vorführung beiwohnen. Die Aufmerksamkeit dieser nicht aus der Haftanstalt stammenden Besucher ist zwischen dem Geschehen auf der Bühne und dem erahnten, vermuteten, für einen Augenblick erhaschten hinter den Gittern geteilt. Weil auch die Schauspieler ihr nahes wie ihr ferneres Publikum im Blick haben und die Anstaltswächter jede Aktion verfolgen, dabei aber ebenfalls Objekte der Betrachtung werden, besteht der erste, offensichtliche Reiz dieses Dispositivs in der Frage: Wer beobachtet hier wen, wer ist wem Kulisse, und was genau ist das Schauspiel? ...
Theater ist in deutschen Gefängnissen keine Normalität, aber auch keine Seltenheit. In Bautzen und Bremen, Celle und Wuppertal, Berlin und Hamburg gibt es solche Initiativen. «Aufbruch», seit elf Jahren kontinuierlich in der Tegeler Strafanstalt tätig, ist die bedeutendste von ihnen."
(Neue Zürcher Zeitung, zur Online-Ausgabe des Artikels)