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Erstes
Internationales Symposiums
zu Gefängnistheater.
Begegnung
Lateinamerika und Europa

Pressebericht

Auf zum Gold!

Dezember 2010

Joaquín Murieta, besungen von Viktor Jara und Pablo Neruda, verlässt Chile auf der Suche nach Gold und wird erst zum Opfer der aggressiven Verteilungskämpfe und später zum Volkshelden und Rebellen. In der Stadt Mahagonny, beschrieben von Bertolt Brecht, soll glücklich sein, wer Gold fand und nun Geld hat:

„Das ist der Kern des Goldes. Gin und Whisky, Mädchen und Knaben. Überall gibt es Mühe und Arbeit, aber hier gibt es Spaß. Und eine Woche ist hier: Sieben Tage ohne Arbeit.“

In der szenischen Collage von Nerudas „Glanz und Tod des Joaquín Murieta“ und Bertolt Brechts „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ im Gefängnis COLINA 1 wird der individuelle Wunsch nach Wohlstand und Zufriedenheit eine Frage der Käuflichkeit und die Mittellosigkeit zum Verbrechen.

In beiden Stücken steht die Faszination des Goldes während der Zeiten des kalifornischen Goldrausches im Vordergrund der künstlerischen Auseinandersetzung.

Das Gold und damit verbunden der Traum von Reichtum und Wohlstand war ein wesentlicher Motor für die Eroberung des südamerikanischen Kontinents ebenso wie für die gesellschaftliche Entwicklung im Europa der Renaissance. Im 19. Jahrhundert führte die industrielle Erschließung der Goldvorkommen Nordamerikas zu großen Wanderbewegungen weltweit, von deren Sog sich Glücksritter und Mittelloses ebenso anziehen ließen wie Geschäftsleute und Revolutionäre; noch immer steht das Gold jenseits aller Börsenschwankungen für Stabilität und Wohlstand und gleichfalls geschehen ungeheuere Verbrechen im Namen des Goldes.

Die Bereitschaft, für Gold anderen Menschen zu schaden und ein Verbrechen zu begehen ist ein zentraler Anknüpfungspunkt für die Arbeit des Teams von aufBruch im Gefängnis.

Wie schnell ist der Mensch bereit, gängige Moralvorstellungen über Bord zu werfen, wenn es um seine Bereicherung, die Verheißung von Sorglosigkeit und Wohlstand, kurz: Wenn es ums Gold geht?

 

Die Inszenierung wird direkt vor Ort im Gefängnis COLINA 1 in einem 8-wöchigen Probenprozess von wochentäglich 4,5 h Proben erarbeitet. Während dieser Zeit werden schauspielerische Grundkenntnisse vermittelt, Texte, Lieder und Choregraphien einstudiert und ein geeignetes Bühnen- und Kostümbild erstellt.

 

¡VAMOS AL ORO!

1., 2. und 3. Dezember 2010 um 18 Uhr (Einlass von 16.30 – 17.30 Uhr)
sowie 6. Dezember um 14 Uhr (geschlossene Veranstaltung)

im Rahmen des
"Ersten Internationalen Symposiums zu Gefängnistheater.
Begegnung Lateinamerika und Europa"

Aufführungsort
Centro Penitenciario Colina 1 - Carretera General San Martin 665 - Colina

Kartenverkauf
Karten sind nur im Vorverkauf bis 5 Werktage vor der Vorstellung im Goethe-Institut Chile erhältlich: Esmeralda 650. Teléfono 5711950.


Regie: Peter Atanassow
Bühne und Kostüme: Holger Syrbe
Produktionsleitung: Sibylle Arndt
Produktionsassistenz: Anneke Krueger
Übersetzung: Nora Höflitz, Maria-José De la Maza, Johanna Viktorin
Choreographie: Javiera Peon-Veiga
Musikalische Einstudierung: Daniel Salas

Unterstützt durch CoArtRe.

Es spielt das aufBruch-Gefangenenensemble von COLINA 1:
Carlos Jesús Diaz Espinoza, Cesar Sepulvedo, Claude Ferro, Elias, Fabian, Felipe Andres Moncada, Fernando Munoz, Gerall, Gerry, Glen Contreras, Hector, Hector Garrido, Ivan Caceres, Jack, Jaime Velasquez, Jim, Johnny, Jonathan Eduardo, Jorge, John Fernandez, Juan Alberto, Lucho, Paul Serrano, Ramon Morales, Raul Pizzaro, Ricardo Molina, Rodrigo, Sergio, William, Valdo

Und die Musikgruppe “Nuevo Amanecer” von COLINA 1 :
Abel Poblete Sanhueza, José Huertas Palominos, Juan Pablo Troncoso Alegrie, Luis Romero Manriquez, Marcelo Pefferle Baldebenito, Marco Villanueva Vinett, Manuel Guerrero Riffo, Rodrigo Gamboa Bezama, Rodrigo Navarrete Alarcón, Sebastian Navarrete Osorio,


Eine Produktion der Berliner Gefängnistheatergruppe aufBruch mit Inhaftierten der Strafvollzugsanstalt für Männer in Colina, Santiago de Chile im Rahmen des „Ersten Internationalen Symposiums für Gefängnistheater. Begegnung Lateinamerika y Europa“.