KUNST GEFÄNGNIS STADT

aufBruch ist ein freies und unabhängiges Berliner Theaterprojekt, das sich künstlerisch mit gesellschaftlichen und politischen Prozessen und Kreisläufen beschäftigt. Die Institution Gefängnis gilt aufBruch als Beispiel par excellence: Indem sie den Gefangenen aus der Gesellschaft ausschliesst, schafft sie innerhalb ihrer Mauern selbige unter Ausschluss der Öffentlichkeit neu. Dies ist der Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung aufBruchs.

Ziel ist, durch das Mittel der Kunst den von der Öffentlichkeit ausgeschlossenen Ort Gefängnis derselben zugänglich zu machen.

Ziel ist, durch darstellerisches Handwerk den Gefangenen eine Sprache, eine Stimme und ein Gesicht zu verleihen, das die Möglichkeit einer vorurteilsfreien Begegnung zwischen Draussen und Drinnen schafft.

Ziel ist ein lebendes Theater auf künstlerisch hohem Niveau, das in der Kombination von Persönlichkeit und dramatischem Text entsteht und durch Authentizität und Aussagekraft überzeugt.


aufBruch begreift sich und seine Arbeit als künstlerische Vermittlung zwischen der Welt innerhalb der Gefängnismauern und derjenigen außerhalb, sein Theater als Denkanstoss für individuelle Reflektion und als Ausgangspunkt für eine respektvolle Begegnung zwischen Straftätern und der übrigen Bevölkerung, welche beide Teil einer europäischen Gesellschaft sind.

 


Seit nunmehr zehn Jahren arbeitet aufBruch kontinuierlich in der Justizvollzugsanstalt Tegel in Berlin, Europas größter Haftanstalt für Männer, seit zwei Jahren zusätzlich auch in der Jugendstrafanstalt Plötzensee in Berlin.

Charakteristisch für aufBruch ist ein vielköpfiges, ausdrucksstarkes Ensemble aus Inhaftierten auf der Bühne und ein theatererfahrenes künstlerisches Leitungsteam von Draussen, das den professionellen Rahmen garantiert. Durch seine vielfältigen Inszenierungen ist aufBruch mittlerweile ein fester Bestandteil in der Berliner Theaterszene geworden. Vom Kammerspiel bis zum aufwändigen Open Air wusste aufBruch ein immer größer werdendes öffentliches Interesse zu erringen und sein Publikum nachhaltig zu beeindrucken.


International ist aufBruch im „European Prison Network“ aktiv und arbeitet seit Jahren mit europäischen Partnern am Aufbau und der Vernetzung von europäischen Gefängnistheater-strukturen. Im Rahmen der „deutsch-russischen Kulturbegegnungen 2004“ repräsentierte aufBruch die Berliner Kultur mit einer Theaterproduktion in einer russischen Jugendstrafkolonie. Die mit den dort Inhaftierten erarbeitete Inszenierung wurde mehrfach vor (inter-)nationalem Publikum aus Politik, Kultur und Presse aufgeführt.


Unterstützt und finanziert wird aufBruch durch regionale und nationale Kulturförderinstrumente der öffentlichen Hand wie beispielsweise dem Berliner Kultursenat, dem Hauptstadtkulturfonds oder der Stiftung deutscher Klassenlotterie sowie durch viele namhafte Politiker und Künstler.