Teil 1: "DIE GLADOW-BANDE oder Vom Wert ehrlicher Arbeit"
Von Kohlert & Neubauer
Ort: Theater am Halleschen Ufer
Gladow: Man hat mir noch kein Verbrechen nachgewiesen, weil ich kein Verbrecher bin. Ich arbeite hart und anständig wie ein Handwerker: Gegen die Bevormundung durch den Staat, gegen die wachsende Last der Steuern, für die Freiheit des Unternehmers.
Der Berliner Bürger Werner Gladow, 17, versucht sich in Berlin zur Chaoszeit der Luftbrücke als deutscher Al Capone und wird bald zum umstrittenen Pop-Verbrecher. Das Stück zeigt ihn als charismatischen Bandenführer, der zugleich Wegbereiter jener neuen unternehmerischen Freiheit ist, die noch heute als Lohn des Engagements proklamiert wird. Opfer einer sich politisierenden Zeit, schickt ihn die sich im Aufbau befindende DDR achtzehnjährig unter das Fallbeil.
Unter der Regie von Roland Brus untersucht die Inszenierung den Mythos der Gladow-Bande und versucht zu ergründen, was Gladow auch aus heutiger Sicht zu einer charismatischen Persönlichkeit macht. Seine Taten reichen vom Puddingklau bis zum schweren Raub und Mord. Sein erklärtes Ziel war es, ein neues Chicago aufzubauen - doch Berlin ist nicht Chicago ...
Es spielten: Peter Atanassow, Michael Baderschneider, Björn-Ole Blunck, Peter Böttcher, Gerd Brus, Erika Eller, Philip Gerstner/Johannes Priefert, Andrea Hovenbitzer, Stefano Ippoliti, Manfred Keil, Martin Klodzinski, Stefan Lochau, Wally Reichenwalder, Peter Röntgen, Lajos Talamonti, Peter Trabner, Dragan Vasic und Manfred Witt
Regie: Roland Brus
Textfassung: Kohlert & Neubauer
Bühne: Holger Syrbe
Kostüme: Wiebke Warskulat
Dramaturgie: Georg Kistner
Beratung: Annett Gröschner, Grischa Meyer




