Aufführungsfotos Russische Presse Impressionen Russisches Tagebuch Der Bürgermeister (Russland)

Das Ensemble der Jugenderziehungsanstalt Ikscha

Von den ursprünglich 32 Interessenten stellten wir ein Ensemble von insgesamt 20 Inhaftierten zusammen.


Die russischen Strafanstalten in Ikscha und Moschaijsk

Schlafsaal in Ikscha
Schlafsaal in Moschaijsk

Beide Anstalten standen dem aufBruch-Team für die Theaterarbeit zur Auswahl. Nach unserer Besichtigung im November 03 fiel unsere Wahl auf die Jugendstrafkolonie in Ikscha („Ikschaer Erziehungskolonie“). Sie liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Moskau und beherbergte zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes etwa 350 Jugendliche bzw. junge Männer im Alter von 14 bis 19 Jahren. Geprobt wurde in einem ehemaligen Schlafsaal in einem leer stehenden Gebäude auf dem Anstaltsgelände - ohne Heizung und mit Decken vor den Fenstern. Die beiden öffentlichen Aufführungen fanden im Klubhaus vor der Anstalt statt. Zusätzlich wurde im Schulgebäude der Anstalt vor den Inhaftierten sowie im 130 km entfernten Frauengefängnis Moschaijsk gespielt.

Der Großteil der in Moschaijsk inhaftierten Frauen arbeitet in der dortigen Anstaltsschneiderei, in der in zwei Schichten rund um die Uhr vor allem Uniformen geschneidert werden. Hier ließen wir auch einen Teil unserer Kostüme nähen.


Dreharbeiten in Moschaijsk

In der Strafanstalt für Frauen in Moschaijsk erarbeiteten wir an zwei Tagen eine Videosequenz mit acht inhaftierten Frauen, die in die spätere Inszenierung eingespielt wurde. Neben dieser Projektion ergänzte die Inszenierung auch eine Einspielung mit Aufnahmen unseres Tegeler Ensembles, das wir vor unserer Abreise anfertigten.


aufBruch in Russland

Während des Projektes wohnte unser sechsköpfiges Team in der kleinen Ortschaft Nowoje Grischino, fünf Minuten von der Kolonie entfernt. Getrennt nach Männern und Frauen wurden uns durch die Anstalt zwei Einzimmerwohnungen in unterschiedlichen Wohnblöcken zugeteilt. Später erhielten wir eine dritte Wohnung. Eine Fahrt nach Moskau bedeutete eine halbstündige Busfahrt nach Ikscha und von dort eine weitere dreiviertel Stunde mit der Regionalbahn, weshalb wir versuchten, so viel wie möglich innerhalb der Ortschaft zu erledigen.