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Probe Hannibal
Regisseur Peter Atanassow bei der Hannibal-Probe
Probe Hannibal

Alle Fotos auf dieser Seite: Thomas Aurin


HANNIBAL – WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE - Erster Teil
Gefördert
aus Mitteln
des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – kulturelle Angelegenheiten
und des Fonds Darstellende Künste e.V.
Unterstützt durch JVA Tegel,
Jugendstrafanstalt Berlin,
Kunst und Knast e.V.,
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Zitty Berlin
Leo Köhler Co. KG

HANNIBAL – WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE

Erster Teil in der JVA Tegel

Um 220 vor Christus kämpfen Rom und Karthago um die Macht am Mittelmeer. Nach einem spektakulären Gang über die Alpen erobert der Karthager Hannibal mit seinem Vielvölkerheer halb Italien. Rom, von der Ankunft des Heeres von Hannibal überfordert, bereitet sich unter der Führung des Diktators Fabius Maximus Cunctator auf den Kampf vor. Doch was da aus den Tiefen der nicht-römischen Welt, in Gestalt einer schwarzen Armee, auf Rom zukommt, lässt sich nicht stoppen. Dennoch, als Hannibal 11 Jahre später vor den Toren Roms steht, greift er nicht an.

Diese historische Tatsache nimmt aufBruch zum Anlass, zwei Stücke zu verbinden, in denen es um Loyalität und Verrat, Recht und Unrecht in Zeiten des Krieges geht: Bertolt Brechts Fragment „Hannibal“ und Heiner Müllers „Wolokolamsker Chaussee“.

2000 Jahre später: In einem Wald vor Moskau richtet ein Sowjetkommandeur einen Soldaten, um die Moral seiner Truppe aufrechtzuerhalten. Heiner Müller vergleicht auf einer „schiefen Geschichtsebene“ den Fall des Ostblocks 1989 mit dem Karthagos. Die Stückcollage von aufBruch beschreibt die Armee Hannibals als eine Armee von Arbeitern, ihre Moral ist definiert durch das Verhältnis des Arbeiters zur Maschine. Damit schlägt der Abend die Brücke zu den Heeren des Zweiten Weltkrieges. Die historische Bedeutung des Zweiten Weltkrieges besteht in der Mobilisierung solcher Arbeiterarmeen und in der Entwicklung neuer Moralvorstellungen – im Zusammenhang mit einer Technologisierung des Alltags. Hannibal weiß, dass der von ihm geschaffene Krieg das Verschwinden des Menschen beschleunigt. Ebenso muss der Sowjetkommandeur vor Moskau feststellen, dass der Einzelne kein Gewicht hat. „Die Rote Armee frisst die Wehrmacht und stirbt daran.“ (Heiner Müller).

Es spielt das 30-köpfige Gefangenenensemble der JVA Tegel, aus heutiger Sicht die vielleicht authentischste Version der legendären Truppen Hannibals: Albert Bach, Andrej Kaczmarek, Bibo, Bobby, Cengiz Uzun, Christian Templiner, Denny Schleunung, Driss, Faruk Akgün, Hans-Georg Schwab, Horst Grimm, Ibo, Jesus, Jürgen Radicke, Klaus Engels, Kurt Lummert, Matthias Donwen, Mister T., Panda, Paco, Roman H., Süleyman Yagli, Uwe Dauer, Vitor da Silva, Volker Höft, Volker Ullmann, Wolfgang R., Yussef Yussef

Regie: Peter Atanassow
Bühne: Holger Syrbe
Kostüme: Thomas Schuster
Dramaturgie: Daniel Dumont, Jörg Mihan
Musik: Maxi Heinicke
Choreografie: Aleksandar Acev
Produktionsleitung: Sibylle Arndt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Björn Pätz
Regieassistenz: Carolin Forkel
Kostümassistenz: Anne  Schaper-Jesussek
Technik: Falk Windmüller und Peter&Paul
Grafik: Alexander Atanassow

 

Termine

Premiere: Mittwoch, 10. Juni 2009 um 18:00 Uhr
Vorstellungen: 17., 19., 24., 26. Juni und 1., 3. Juli 2009 um 18:00 Uhr