Schwarz-Rot-Gold Wir haben ein Gesetz
Einar-Schleef-Projekt
Einar Schleef wäre im Jahr 2004 60 Jahre alt geworden.
Einar Schleef polarisierte die Theaterwelt; sein Theater des Konflikts war eine schonungslose Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und Gegenwart.
Einar Schleefs Theater ist die Utopie eines Theaters, das durch Arbeitsweise und Ästhetik den Konflikt zwischen dem Einzelwesen und den Gruppensehnsüchten nicht nur artikuliert, sondern momentweise auflöste und Impulse zum archaisch rücksichtslosen Aufbegehren gab. Sein Theater ist Tanz, ein heftiger, bedrohlicher Tanz der Körper und der Worte, der über die Gewalt in der Welt erzählt.
Der Konflikt zwischen Individuum und Masse ist im Gefängnis permanent vorhanden, deshalb kann der Einzelne als Figur erscheinen und gleichsam als Protagonist im Verhältnis zum Chor, als ein Individuum, das nicht mehr in die schützende Gemeinschaft integriert ist. Dieser tragische, im Gefängnis täglich gelebte Konflikt wird zum zentralen Ansatzpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung.
Einar Schleef zu Ehren werden wir mit dem Gefangenenensemble der JVA Tegel eine Theatercollage aus Tagebucheintragungen, Textfragmenten und Äußerungen Einar Schleefs, aus Texten von Elfriede Jelinek und aus Texten der Gefangenen erarbeiten und auf die Bühne des Kultursaales von Deutschlands größter Justizvollzugsanstalt für Männer bringen.
Regie: Peter Atanassow
Bühne: Holger Syrbe
Kostüme: Elke Riedel
Dramaturgie: Christine Boyde
Produktion: Sibylle Arndt
Mitarbeit: Björn Pätz, Rima Haj Kheder, Konrad Engelschall, Ina Driemel, Jan Stahl, Ida Clay
Es spielt das Gefangenenensemble der JVA Tegel.
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Forschung, Wissenschaft und Kultur Berlin.

