Probenprotokoll Presse Ikarus

Von Träumen und vom Fliegen handelt die neue Premiere "Ikarus: Abflug Tegel" des Gefangenentheaterensembles "aufBruch". ...  Auch im Kultursaal haben die beiden Regisseure Flughafenatmosphäre geschaffen, in der sich Publikum und Schauspieler mischen. Die Realität des Gefängnisses löst sich immer mehr auf, bis eine dröhnende Stimme in die Flugträume einbricht: Flug abgesagt. Doch zu "Break on through to the other side" von den Doors und Klaviermusik von Chopin träumen die Darsteller immer wieder vom Fliegen. Und irgendwann ist es soweit - alle verwandeln sich in Vögel. ...  Zu Gast bei der gelungenen Premiere war auch Christoph Flügge, Staatssekretär für Justiz.
(Neues Deutschland)

Es ist nicht schwer, Stücke zu finden, die auf die Gefängnissituation deutlicher zuzutreffen scheinen als aufs Leben draußen ...  Beckett passt in den Knast - aber eben auch "Ikarus". Der Flug-Flucht-Mythos wurde verwoben mit Aristophanes´ "Die Vögel", worin die Utopie von der Freiheit platzt, weil die Vögel lieber gemütlich gefüttert werden wollen - vom Vogelfänger, den man sich ohne Mühe in einen Wärter uminterpretieren kann. ...  Lustig wird es, wenn die schweren Jungs Piepmätze imitieren ...  Wilder Beifall kracht.
(Berliner Zeitung)
 
 


Karen Witthuhn und Winfried Tobias, die Regisseure des aufBruch-Projekts, inszenierten eine Möglichkeit des straflosen Ausbruchs. Gedanken sind frei ist die Botschaft, wenn ihr Menschen findet, die sie nicht verraten. Das Hauptproblem im Knast. ...  denn Begeisterung kann die Arbeit schon auslösen, bei Zuschauern und Gefangenen, die alle Widerstände überwinden müssen.
(Deutschlandradio)

Karen Witthuhn und Winfried Tobias führen Regie in "Ikarus: Abflug Tegel", dessen Textbuch ...  bis zur Generalprobe ein stetig sich änderndes Provisorium ist. Diesmal besteht es aus einer Mischung aus Rudimenten der "Vögel" von Aristophanes, einer Lyrikanthologie über Ikarus, Betriebsanleitungen des Flughafenwesens und den Ausbruchsträumen der Gefangenen, die in Improvisationen auf ihre Bühnentauglichkeit geprüft wurden. ... Der Flug 3452 ist auf unbestimmte Zeit verschoben, die Stewards philosophieren, und die Reisenden mit ihren Koffern füllen die Wartezeit mit Legenden: Träume, Höhenflüge, Alltagsfluchten, Knastausbrüche in mehreren Sprachen, wie es der Realität von Gefängnis und Flughafen entspricht - beides sind internationale Orte. ...  Einmal das Gefängnis aus der Vogelperspektive sehen, wo Singen kein Synonym für Anscheißen ist.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)