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UNDERGROUND

frei nach Motiven des gleichnamigen Films von Emir Kusturica

 

Theaterproduktion in den Gewölbekellern des Gewerbehofs in der Alten Königstadt

 

Premiere: 12. September 2018

Vorstellungen: 14., 15., 16., 19., 20., 21., 22., 23., 26., 27., 28., 29. und 30. September 2018

 

Belgrad, 1941: Die Stadt wird bombardiert. Eine Gruppe von Partisanen geht nach der Besetzung Jugoslawiens durch die Deutschen buchstäblich in den Untergrund und versteckt sich in einem Bunkerlabyrinth unter dem Stadtgebiet Belgrads. Dort beginnen die Widerstandskämpfer mit dem Bau von Waffen, die der Schwarzmarkthändler Marko an die Kämpfer in der „Oberwelt“ weitervermittelt. Da sich das Ganze als äußerst lukratives Geschäft erweist, „versäumt“ es Marko listig, die Untergrundkämpfer über das Kriegsende zu informieren - er lässt sie mittels inszenierter Hörfunkberichte im Glauben, die Besetzung dauere weiter an. Er selber - nunmehr Herr über eine unsichtbare Arbeitstruppe - steigt als Industrieller im Nachkriegs-Jugoslawien auf. Schlawinertum unter roter Fahne. Geld statt Gesinnung. Nach zwanzig Jahren allerdings wird Petar Popar, Anführer der Untergrund-Partisanen, misstrauisch und wagt sich gemeinsam mit seinem Sohn Jovan an die Oberfläche. Dort werden sie mit einer Realität konfrontiert, die nicht mehr der eigenen entspricht.

 

Es ist eine Geschichte über Menschen, die unerträglich lange isoliert von der Außenwelt existieren und in dieser Trennung von allen landläufigen Prozessen und Regeln des Lebens mühsam und fintenreich ihre Identität wahren oder erst finden müssen. Eingeschlossene, Gefangene, Geflohene - Leute, die gezwungen sind, sich fern der Zivilisation einen völlig neuen Begriff von Freiheit zu erarbeiten. Das ist ein unmittelbarer Bezugspunkt zu einem Großteil des Spielensembles. Und es ist letztlich ein Thema, das auch in alle Sphären bürgerlicher Freiheit(en) hineinragt: Was ist das überhaupt: Freiheit und Selbstbestimmung? Landet nicht jeder, der aufbricht zu neuen Horizonten, also ausbricht aus alten Gewohnheiten, in neuerlicher Gefangenheit und Befangenheit? Wie groß ist der Spielraum wirklich, den auszufüllen der Mensch in der Lage ist? Und was geschieht mit uns, wenn wir in geschlossenen Kreisläufen miteinander auskommen müssen? Die Erfahrungswelt Gefängnis und das Bunkersystem der unterirdischen Kämpfer - unmittelbar haben beide nichts miteinander zu tun, aber auf den zweiten Blick sehr viel: ummauerte Welt, eingeschränkter Bewegungsraum, einander bedrängende Körperlichkeit.

 

Eine Produktion von aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT in Kooperation mit der Gewerbehof Saarbrücker Str. e.G.

 

 

 

Es spielt ein gemischtes Ensemble aus Freigängern, Ex-Inhaftierten, SchauspielerInnen und Berliner BürgerInnen.

 

Regie Peter Atanassow  Bühne Holger Syrbe  Kostüme Wicke Naujoks  Dramaturgie Hans-Dieter Schütt  Musikalische Leitung Carsten Wegener  Musikalische Einstudierung Vsevolod Silkin   Video Pascal Rehnolt  Produktionsleitung Sibylle Arndt  Regieassistenz Franziska Kuhn  Produktionsassistenz Lisa Gundlach, Ronja Wieltsch   Kostümassistenz Andreina Vieira dos Santos  Technik Christopher Böhm, Josef Maaß,   Grafik Alexander Atanassow 

 

Tickets: 15 € / 10 € (ermäßigt)

 

Kartenverkauf ab Mitte August im  Onlineshop

oder an der Kasse der Volksbühne Berlin

 

 

Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
Unterstützt durch die Gewerbehof Saarbrücker Str. e.G., JVA Plötzensee, JVA OV Berlin, JVA Tegel, Volksbühne Berlin und zitty Berlin.
Realisiert im Rahmen von SKILLS FOR FREEDOM - Artistic paths to develop the professional skills of prisoners.

 

 

Spielort:
Gewerbehof in der Alten Königstadt
Saarbrücker Straße 24
10405 Berlin

 

Anfahrt BVG:
U2 Senefelderplatz

 

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